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Eine enge Verbindung mit OPE zur Behandlung von Grundparadigmen

Entstehung

Man kann die Entwicklung, die zur Gründung des INEES geführt hat, nur verstehen, wenn man die Geschichte des Netzwerks Objectif Plein Emploi näher betrachtet (s. www.ope.lu/fileadmin/files/livre_8.pdf in Fr.). Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, kann man sagen, dass dieses luxemburgische Netzwerk aus dem Wunsch heraus geboren wurde, eine Synthese zu bilden aus dem Bestreben und dem Know-how der „Action Sociale pour Jeunes“, die ab 1984 in der Zeit der industriellen Umstrukturierungen junge Menschen beim Aufbau ihrer beruflichen Zukunft begleitete, und der Gewerkschaft OGB-L, die über ihre herkömmliche Aufgabe der Interessenvertretung von Arbeitern hinaus neue Wege bei der Suche nach Lösungen für arbeitslose Menschen erforschen und einschlagen wollte. Schon bald (im Jahr 1988) findet mit einer aktiven Beteiligung am Netzwerk EGLEI (European Group for Local Employment Initiatives) eine Ausweitung und Umsetzung auf europäischer Ebene statt, wodurch ein reger Erfahrungsaustausch in Sachen lokaler Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung möglich ist.

Als dieses dann seine Tätigkeit reduziert, gründet das OPE, das insbesondere an einer grenzüberschreitenden Ausrichtung seiner Arbeit interessiert ist, im Jahr 1998 zusammen mit in der Solidarwirtschaft engagierten und/oder tätigen Einrichtungen in Luxemburg, Deutschland, Belgien und Frankreich, aber auch in der Schweiz, das INEES.

Entwicklung und Konsolidierung

Dies ist eine Phase lebhaften Aufschwungs für das OPE-Netzwerk, das zwischen 1996 und 2003 seine Belegschaftsstärke versechsfachen sollte. Die nun 650 Arbeitnehmer verteilen sich auf die OPE-Vereinigung selbst (gegründet 1999) und 30 verschiedene Initiativ- und Managementzentren auf lokaler, regionaler oder sektorieller Ebene (die CIGL/R/S), die nach und nach im Rahmen lokaler Entwicklungspolitik eingerichtet wurden, um dem örtlichen Bedarf an Dienstleistungen in Sachen Personennähe, Kultur, Fremdenverkehr, Umwelt etc. gerecht zu werden.

Eine Aufzählung aller Aktivitäten ist nicht möglich, aber das CIG von Esch/Alzette z.B. leitet ein Multimedia-Bildungszentrum, ein Videoaufnahme-Zentrum, einen Internetpoint, eine Kinderkrippe, eine Fahrradausleihe, eine Umweltgruppe zur Grünflächenpflege, eine Arbeitsgruppe für „personennahe Dienstleistungen“, die vor allem bei alten Menschen Haushaltsarbeiten, kleinere Reparaturen und verschiedene, andere Tätigkeiten übernimmt, eine Arbeitsgruppe zur Autobahnstraßenpflege und eine sozio-ökologische Arbeitsgruppe für den Einsatz in einem grenzüberschreitenden, regionalen Nationalpark (Pflege, Markierung, Aufstellen von Parkmöbeln etc.). Kurz gesagt beschäftigt dieses Zentrum etwa 40 Arbeitnehmer.

Im Jahr 1999 führt Frankreich mit der Schaffung eines Staatssekretariats für Solidarwirtschaft ein Novum ein und setzt so auf europäischer Ebene eine neue Dynamik frei. Das INEES seinerseits organisiert im April des gleichen Jahres ein europäisches Seminar „Lokale Entwicklung – ein wirksames Instrument der Solidarwirtschaft“ in Longwy.

Verstärkung der Partnerschaften und Integration auf europäischer Ebene

Nachdem das OPE auf lokaler Ebene Fuß gefasst hat, stellt es mit dem INEES eine Fachausbildung für lokale Entwicklungsmanager für die Großregion auf die Beine (Finanzierung durch das Interreg-3A-Programm, bewilligt 2003), organisiert im Jahr 2001 die 1. nationale Konferenz für ehrenamtliche Mitarbeiter des Netzwerks und gibt beim CRIDA (Centre de Recherche et d’Information sur la Démocratie et l’Economie), der Einrichtung, die sicher als erste in Frankreich konzeptionelle, solidarwirtschaftliche Arbeit leistete, ein Hauptaudit über seine Tätigkeit in Auftrag.

In dem gleichen Bestreben, seine Anschauungen anderen Erfahrungen europäischer Länder gegenüberzustellen, nimmt das OPE am LEED-Programm (Local Economic and Employment Development) der OECD teil, erarbeitet Lokale Aktionspläne (PAL) im Rahmen der Europäischen Beschäftigungsstrategie (EBS) und tritt dem Europäischen Netzwerk der Städte für Sozialwirtschaft (REVES) bei, das Partnerschaften zwischen Sozialwirtschaft und kommunalen Behörden fördert. Auf nationaler Ebene spielt das OPE eine Vorreiterrolle bei der Gründung der Sozial- und Solidarwirtschafts-Plattform in Luxemburg, in der 12 sozioökonomische Organisationen zusammengeschlossen sind, deren Ziel es ist, eine kohärente, globale politische Botschaft zu vermitteln und ein glaubhafter Gesprächspartner für die Regierung zu sein.

Dieses Netzwerk organisierte zusammen mit dem LEED und der CEP-CMAF (Ständige europäische Konferenz der Genossenschaften, Gegenseitigkeitsgesellschaften, Vereine und Stiftungen) im März 2005 die europäische Konferenz „Sozial- und Solidarwirtschaft – Hauptakteur der sozialen Kohärenz und der Lissabon- Strategie“ unter der Schirmherrschaft der luxemburgischen EUPräsidentschaft.

Perspektiven

Das Netzwerk Objectif Plein Emploi hat beschlossen, sich zu Beginn des Jahres 2006 noch stärker auf das INEES zu konzentrieren. Aus welchem Grund ist klar. Seine 20-jährige Tätigkeit zeigt seine Fähigkeit zu sozialen Neuerungen und zur Bildung von Partnerschaften mit Behörden und Bürgernetzwerken. Aber es handelt sich dabei um ein Netzwerk, das gleichermaßen stark wie zerbrechlich ist. Der liberalpolitische Wind, der in den EULändern weht, zielt darauf ab, die Solidarwirtschaft auf eine reine Schadensbeseitigung zu reduzieren (Integration von aus dem herrschenden System ausgeschlossenen Menschen) und/oder sie nur noch als kostengünstige, öffentliche Dienstleistungen zu betrachten (in Personennähe). Das OPE könnte sich diesem Schema anpassen und im Hinblick auf seine eigene Entwicklung eine bestmögliche Unterstützung durch die Behörden aushandeln.

Aber es verfolgt andere Ziele: Eine dauerhafte Verankerung seiner Tätigkeit zwischen Staatswirtschaft (mit ihren herkömmlichen Hoheitsbereichen) und klassischer Privatwirtschaft (mit ihren Gewinn bringenden Kapitalgesellschaften) in einem neuen Sozialvertrag zwischen allen betroffenen Abnehmern der Regionen und Mischfinanzierungskonzepten (private, staatliche und ehrenamtliche Ressourcen). Die Ansicht, man könne zur Beseitigung von Schäden durch die Marktwirtschaft nur das Vermögen verteilen, das produziert wurde, ist heute weit verbreitet. Auftrag des INEES ist es, unter Stützung auf die Stärke der Netzwerke die soziale, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische „Produktivität“ seiner Projekte hervorzuheben und den Erfolg des „anderen Wegs“ nachzuweisen, zu dem die Akteure der Sozial- und Solidarwirtschaft (zusammen mit Genossenschaften, Gegenseitigkeitsgesellschaften, Vereinen und Organisationen, die zum gleichen Wertesystem gehören) mit Stolz beitragen. Denen, die nur Sicherheiten zu bieten haben, setzen wir unsere Zweifel und Fragen gegenüber. Aber auch unsere Überzeugungen....